Sonntag, 16. November 2014

Ein rumorender Zombie

Ein überzeugendes Plädoyer für das Fach Latein erschien nach dem Latein-Tag in Brugg im Tagesanzeiger:

Ein rumorender Zombie


Wer Latein versteht, wird reicher. Er wird zum Indiana Jones oder aber zum Meister-Entzifferer Champollion in einem Land voller Römer-Reminiszenzen – vom Miliarium (Meilenstein) im waadtländischen Entreroches bis zur Wegsäule auf dem Julierpass. Latein, liest man oft, sei eine tote Sprache. Doch eigentlich ist es eher eine untote Sprache; was könnte faszinierender sein als dieser rumorende Zombie, der uns Tag für Tag heimsucht. Und übrigens strotzt auch dieser Artikel vor lateinischen Wörtern.

Mehr zu lesen gibt es hier.







Capri, der einstige Hauptsitz des Römischen Weltreichs

Unsere Frau in Capri, Anna Salm, hat sich die dortige Villa des Tiberius angesehen. Vielen Dank für den Bericht!



Wenn man auf Capri herumspaziert, kommt man gar nicht um die Geschichte der Mittelmeerinsel herum: die Hälfte der Plätze, Hotels oder Strassen ist nach (Kaiser) Tiberius, Herrscher des römischen Weltreichs von 14 bis 37 n. Chr. benannt.

Hauptattraktion neben der Munthe-Villa ist deshalb natürlich die ‚Villa Jovis’, thronend auf dem Hügel, selbstverständlich auch sie nach dem Kaiser benannt, („Monte Tiberio“, „Berg des Tiberius“) im Osten der Insel Richtung Neapel.

Wie alle Italiener nahm auch unsere Rezeptionistin die Zeiteinschätzung nicht sooo genau: etwa 15’ würde der ‚Aufstieg’ zur Ruine dauern.


Leider hatten wir nur noch knapp 1.5 Stunden Zeit zum Packen, den Aufstieg zu schaffen und die Fahrt zum Hafen. Wie sich natürlich herausstellte, sollte man doch etwa mit einer Stunde rechnen...Dennoch machten wir uns auf!

Zwar sah man Teile der Ruine bereits zu Beginn der Tour, sie kamen aber leider lange Zeit einfach nicht näher!

Zwischen schmalen Gassen und Gärten hindurch schlängelte sich der Weg und wurde immer steiler. Wegen des Zeitdrucks (30’ vor der Schliessung des Palastes!!!) rannten wir zum Schluss praktisch den Berg hinauf.

Schliesslich konnten wir uns grad noch am Wärter durchdrücken (gefühlte 1’ vor Schliessung).
 
Doch der Aufstieg hat sich allemal gelohnt: Dank der Restaurationen grosser Teile der Ruine und etlichen Modellen und Karten, kann man sich den Palast auch heute noch gut vorstellen. Erbaut wurde der Palast 27 n. Chr. und Tiberius verbrachte bis zu seinem Tod die meiste Zeit auf Capri.


Auch die Lage ist einfach nur prachtvoll: Umringt von türkisfarbenem Wasser sieht man zu einen Seite den Golf von Neapel und zur anderen liegt einem Capri zu Füssen.

Glücklich, dass man uns nicht zu viel versprochen hatte, kehrten wir wieder zurück Richtung Hafen.



Ich würde jedem den Aufstieg zur „Villa Jovis“ empfehlen, wenn man in dem ehemaligen Hauptgebäude steht, fühlt man ein wenig den Glanz des Römischen Weltreichs und das Gefühl Herrscher darüber zu sein.









Bildquellen:
Anna Salm,
http://hu.wikipedia.org/wiki/Villa_Jovis
http://www.capri.com/en/s/villa-jovis-mount-tiberio